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Sicherung der Atemwege

Durch Unfälle (an Bord z.B. Schlag mit dem Großbaum gegen den Kopf, Sturz) oder bestimmte Erkrankungen (z.B. schwere Herzrhythmusstörungen) kann es zur Bewusstlosigkeit mit Atemstillstand kommen.
An Land können Ersthelfer durch Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung helfen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Medizinische Laien sollten sich an Land auf diese Maßnahme beschränken.
Durch eine Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung kann einer Person mit Atemstillstand kurzfristig geholfen werden. Kann professionelle Hilfe nicht innerhalb von Minuten erreicht werden, müssen die Atemwege gesichert werden.

Was bedeutet Atemwegssicherung?

Bei der Atemwegssicherung wird die Luftröhre gegenüber der Speiseröhre abgesichert, so kann kein Mageninhalt die Speiseröhre aufsteigen und in die Luftröhre laufen (Aspiration, von lat. aspirare).

Warum ist eine Atemwegssicherung wichtig?

Bei Bewusstlosen kommt es fast immer zum “lautlosen Erbrechen”. Dabei gelangt Mageninhalt in die Lunge. Gefahren sind ein Verschluss der Atemwege und eine schwere Lungenschädigung, die auch unter intensivmedizinischer Behandlung eine große Gefahr darstellen kann.
Ohne Atemwegssicherung sinkt die Wahrscheinlichkeit, einen Menschen erfolgreich zu beatmen schon nach 10 min schnell ab.
Was kann man tun, um die Atemwege zu sichern?

Mit einem Larynxtubus kann eine Atemwegssicherung durchgeführt werden (Larynx= Kehlkopf, Tubus= Röhre, kurzer Schlauch)
In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass der Larynxtubus auch durch medizinische Laien nach einem Training erfolgreich angewendet werden kann.
Sie sind ist deshalb von der Europäischen Wiederbelebungsgesellschaft (ERC) als Hilfsmittel zur Atemwegssicherung empfohlen.
Ein entsprechendes Training wird von einigen Hilfsorganisationen und in unserem Kurs “Medizin an Bord” angeboten.

Damit eine von Laien durchgeführte Beatmung erfolgreich verlaufen kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

Der Zustand der Bewusstlosigkeit und des Atemstillstandes muss vorübergehend sein (zum Beispiel nach Unfall, Herzrhythmusstörung oder epileptischem Anfall).
Professionelle Hilfe (Rettungshubschrauber, andere Schiffe) muss innerhalb eines angemessenen Zeitraumes verfügbar sein. Dieser Zeitraum ist nicht universell bestimmbar. Eine Beatmung über mehr als 24 Stunden ist wahrscheinlich nicht sinnvoll.

Eine detaillierte Anleitung zur Atemwegssicherung mit dem Larynxtubus finden Sie im SeaDoc Leitfaden “Lebensbedrohliche Notfälle” (in einigen Notfallausrüstungen enthalten). Ein Video können Sie hier einsehen.
Larynxtuben sind enthalten in den Modulen Atemwegssicherung – LT3 und LT5 (Seite 17).
Sogenannte “Beatmungsmasken” (zum Beispiel “Lifeway-Taschenmaske”) führen nicht zu einer Sicherung der Atemwege, Ihre Anwendung wird von SeaDoc nicht empfohlen.