Formularhilfen für den Ernstfall

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Versenden Sie die PDFs im Notfall als Attachment per E-Mail an Ihren Arzt.

 

Sicherung der Atemwege

Atemstillstand, Beatmung Atemwegssicherung

Wenn Patienten keine Luft mehr einatmen, spricht man von einem Atemstillstand, mögliche Ursachen sind im Wassersport insbesondere

  • ein Herz-Kreislaufstillstand
  • ein Unfall mit Kopfbeteiligung, zum Beispiel der „Baum an den Kopf“ oder ein Sturz

Dass Unfälle zu einem Atemstillstand führen, ist eher selten.

Im Falle eines Atemstillstands ist eine Beatmung – also die Zufuhr von Luft in die Lungen – notwendig. Die Atemwegssicherung ist ein Zugang zu den Atemwegen – genauer: zu den oberen Anteilen der Luftröhre – der gleichzeitig die effiziente Zufuhr von Atemluft und einen Schutz vor dem Eindringen von Mageninhalt in die Atemwege ermöglicht.

Für die Beatmung gibt es im Wesentlichen die folgenden Möglichkeiten:

  • Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase
    • mit oder ohne Verwendung einer „Beatmungsfolie“ zum Schutz vor Kontakt mit möglicherweise infektiösen Flüssigkeiten
  • Beatmung mit Hilfe eines Beatmungsbeutels und von -Masken
    • Die Beatmung über Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase ist schwierig und häufig wenig effektiv, eine Möglichkeit zur Effizienzsteigerung und zur erhöhten Sicherheit für den Patienten ist die Atemwegssicherung, dafür stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung
    • Bisher hat SeaDoc den Larynxtubus als einzig erfolgsversprechenden Ansatz zur Atemwegssicherung in der Anwendung durch gut ausgebildete Laien empfohlen, dies muss aktuell überprüft werden
    • Die Gründe dafür sind einerseits Veränderungen am Larynxtubus selbst. Die bedeuten zwar eine Verbesserung für die Patientensicherheit, bedingen aber gleichzeitig höhere Anforderungen an den Benutzer (Druckmessung, Einführen einer Magensonde). Des Weiteren gibt es in der aktuellen Literatur Hinweise auf Fehlerquellen, die bei unzureichendem Training zu einer Verschlechterung der Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten führen können. 
    • In der Gesamtschau sind die Verwendung des Larynxtubus Fähigkeiten erforderlich, über die medizinische Laien nicht verfügen und die auch nicht erlernbar sind, die bisherige Empfehlung kann deshalb nicht aufrechterhalten werden.
    • Die Anwendung eines Beatmungsbeutels und übrigens auch der Taschen-Beatmungsmasken – sind technisch eine große Herausforderung und sehr übungsabhängig, sie sind keine realistische Option für medizinische Laien

Was können medizinische Laien bei einem Atemstillstand tun?

  • die häufigste Ursache eines Atemstillstands an Bord dürfte ein Herz-Kreislaufstillstand sein
  • zusammen mit der Herzdruckmassage wird eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase Beatmung durchgeführt, eventuell in Kombination mit einem Defibrillator

Wenn die Anwendung des Defibrillators nicht innerhalb von wenigen Minuten zum Erfolg führt, gibt für Laien keine weiteren Behandlungsoptionen, die Prognose für den Patienten ist sehr schlecht.

SeaDoc-Ausrüstungsempfehlungen

  • alle Ausrüstungen enthalten eine Beatmungsfolie als Schutz vor infektiösen Flüssigkeiten bei der Beatmung
  • medizinische Profis – Ärzte, Rettungsdienstpersonal mit Ausbildungsnachweis – können weiter die Ausrüstung Wiederbelebung inklusive Larynxtuben erwerben
  • für medizinische Laien ist die Ausrüstung Wiederbelebung I (Katalogseite 5)– sie enthält einen Defibrillator und weitere, in lebensbedrohlichen Situationen benötigte Materialien

 

Nehmen Sie regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen zum Erlernen der Wiederbelebung teil!

Medikamente an Bord

Eine Bordapotheke sollte enthalten:

  • Medikamente zur Behandlung der an Bord häufigsten medizinischen Probleme
  • Eine dem Fahrtgebiet angepasste Ausstattung mit Antibiotika
  • Substanzen zur Behandlung auch stärkerer Schmerzen
  • Notfallmedikamente
Medikamentenempfehlungen finden Sie in dem jeder SeaDoc-Ausrüstung beigefügten Leitfaden, ansonsten informieren wir Sie gerne.
Die meisten Medikamente können als Tabletten oder Tropfen eingenommen werden, in besonderen Situationen (starkes Erbrechen, vermindertes Bewusstsein) können Medikamente eventuell nicht geschluckt werden. Möglich ist auch eine verminderte Aufnahme von Medikamenten in das Blut nach Schlucken (z. B. bei verminderter Herzkraft).
In diesen Fällen können Medikamente in den Muskel oder unter die Haut gespritzt werden (intramuskuläre oder subkutane Gabe). Diese Techniken können nach einer Einweisung und Training auch von medizinischen Laien durchgeführt werden.

Voraussetzung ist eine Unterweisung in die Technik der Medikamentengabe (durch den Hausarzt oder während des Kursus „Medizin an Bord“), eine Ausstattung mit Medikamenten in Ampullen und Zubehör für die Medikamentengabe in den Muskel/ unter die Haut (Modul Medikamentengabe).
Die Medikamentengabe in eine Vene/ ein Blutgefäß ist eine schwierige und fehlerträchtige Technik und für medizinische Laien NICHT EMPFEHLENSWERT
Die Einnahme von verschreibungspflichtigen Präparaten darf ohne vorherige Arztkonsultation ausschließlich in Situationen erfolgen, in denen keine professionelle Beratung zur Verfügung steht.

Wundversorgung

Durch Verwundungen wird die Schutzfunktion der Haut unterbrochen, Krankheitserreger können in den Körper eindringen und zu Infektionen führen. Im Verletzungsfall muss deshalb an Bord eine konsequente Wundpflege durchgeführt werden.
Dabei ist eine regelmäßige Wundreinigung mit Verbandswechsel wichtig.
Tiefere Wunden sollten nicht verschlossen werden (zum Beispiel durch eine Wundnaht) – in der Wundhöhle können sich gefährliche Krankheitserreger ungestört vermehren.
Tiefe Wunden müssen aber regelmäßig gespült werden (Modul Abszess- und Wundreinigung).
Ein Verschluss durch eine Wundnaht ist selten erforderlich und kann nur medizinischen Profis empfohlen werden. Eine Alternative für Laien sind die in einigen Ausrüstungen enthaltenen Wundklammerpflaster.
Detaillierte Hinweise zur Wundversorgung finden Sie im SeaDoc Leitfaden (in jeder Notfallausrüstung enthalten).

Diagnostika an Bord

Diagnostika sind technische Hilfsmittel einer medizinischen Untersuchung, zum Beispiel:
  • Fieberthermometer
  • Zungenspatel
  • Blutdruckmessgerät (automatisch oder manuell)
  • Stethoskop
  • Pupillenleuchte
  • Blutzucker-Messgerät
  • Schnellteste (zum Beispiel Urin- und Streptokokken-Test)
Anwendung und die Bewertung der Ergebnisse sind schwierig und erfahrungsabhängig.
Eine Mitnahme (Modul Diagnostik) macht nur Sinn, wenn vor der Reise intensiv geübt wurde (Kursus „Medizin an Bord“).
Unbedingt muss ein Fieberthermometer an Bord sein (ein „Hypothermie-Thermometer“ zur Erfassung von Unterkühlungen ist nicht notwendig).
Darüber hinaus sollte von ungeübten Anwendern nur ein automatisches Blutdruckmessgerät zur anschließenden Befundmitteilung an eine funkärztliche Beratung erwogen werden.